Gicht

Medizin 3

Direktor:
Prof. Dr. med. univ. Georg Schett

Ursachen verstehen

Konzept zur Entstehung einer Rheumatoiden Arthritis
Dual Energy CT-Aufnahme eines Fußes von Gicht befallen mit entzündlicher Knotenbildung

Die Gicht (Urikopathie) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich Harnsäure im Körper ansammelt und in Form von winzigen, nadelspitzen Kristallen in Gelenken und im Gewebe ablagert. Das Immunsystem versucht, diese Kristalle zu bekämpfen. In neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen konnte beobachtet werden, dass bestimmte Immunzellen (neutrophile Granulozyten) bei der Bekämpfung der Gicht-Kristalle platzen, wobei der Zellinhalt dichte Netze um die Kristalle bildet. So verfangen sich Botenstoffe der Entzündung und werden dort deaktiviert (publiziert in Nature Medicine 2014 Apr 28).

Häufige Ursache ist meist eine genetisch bedingte  Ausscheidungsstörung, so dass es zu einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut führt. Verschiedene Auslöser begünstigen jedoch den Ausbruch der Gicht, darunter Krankheiten (z. B. Diabetes mellitus), Medikamente, aber auch eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Zahlen rund um die Erkrankung

Etwa 80 Prozent der Gicht-Patienten sind Männer, meist im Alter zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, selten in jüngeren Jahren. Frauen bekommen eine Gicht üblicherweise nicht vor Einsetzen der Wechseljahre. 

Typische Symptome und Krankheitsverlauf im Überblick

Die Erkrankung tritt meist plötzlich mit starken Schmerzen in einem Gelenk oder im ganzen Finger oder Zeh auf. Die Region ist dann gerötet, geschwollen und heiß. 

Zudem können allgemeine Entzündungszeichen wie Fieber, vermehrte weiße Blutkörpchen (Leukozyten) und ein erhöhter Harnsäurespiegel auftreten. Interessanterweise klingt der Gichtanfall in leichten Fällen nach ein paar Stunden bis zu 2 Tagen wieder ab. In schwereren Fällen kann der akute Zustand bis zu 14 Tagen anhalten, in fortgeschrittenene Stadien auch bis zu mehreren Wochen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

  • Klinische Untersuchung der Gelenke auf Schmerz und Schwellung
  • Messung der Entzündungswerte
  • Bestimmung des Harnsäurespiegels im Blut
  • Einsatz von bildgebenden Verfahren: 
    Röntgen, Sonografie oder Dual-Energy-Computertomografie (DECT)
  • ggf. Punktion von Gelenkflüssigkeit

Wie wird die Gicht behandelt?

      Im Anfall

      • Anti-rheumatische Entzündungshemmer (u. a. Diclophenac, Indometacin)
      • Glukokortikoide wie Prednisolon
      • Colchicin
      • Physikalische Therapie: kurzfristige Ruhigstellung der betroffenen Gelenke

      Nach dem Anfall ist das Ziel, medikamentös den Harnsäurewert im Blutserum zu senken. 

      Tipps für den Alltag

      Die Gicht ist heute fast immer heilbar unter der Voraussetzung, dass die Patienten die Therapie einhalten und eine ausgewogene und fleischarme Ernährung zu sich nehmen.

       
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      Zusammenfassung