Sjögren - Syndrom

Medizin 3

Direktor:
Prof. Dr. med. univ. Georg Schett

Ursachen verstehen

Das Sjögren-Syndrom ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der die Abwehrzellen des Immunsystems die Speichel- und Tränendrüsen angreifen, so dass es zu Funktionsstörungen führt.

Zahlen rund um die Erkrankung

An der Erkrankung leiden überwiegend Frauen (ca. 90%), häufig sind sie zusätzlich an einer rheumatoiden Arthritis, Systemischen Sklerose, Vaskulitis, destruierenden nicht-eitrigen Cholangitis oder aber einer chronischen aktiven Hepatitis erkrankt.

Typische Symptome und Krankheitsverlauf im Überblick

Schirmertest: Es wird ein Filterpapierstreifen in den äußeren Lidwinkel in den Bindehautsack eingehängt. Nach 5 min hat die Tränenflüssigkeit bei gesunden Personen mehr als 10 mm im Papierstreifen zurückgelegt.

Zu den allgemeinen Krankheitsanzeichen sind eine erhöhte Körpertemperatur, Muskelschmerzen und geschwollene Speichel- und Ohrspeicheldrüsen sowie Lymphknoten zu zählen. Weitere Symptome können an den folgenden Organen einzeln oder in Kombination auftreten:

Augen

  • Trockenheit
  • Fremdkörpergefühl
  • Hornhautdefekte
  • mangelnder Tränenfluss

Mund

  • Mundtrockenheit
  • Ankleben der Zunge
  • Unmöglichkeit, trockene Kekse zu essen
  • Neigung zu Karies
  • Zungenbrennen
  • Schluckbeschwerden
  • Durstgefühl

Weitere Anzeichen

  • In 60% ein- oder beidseitige Vergrößerungen an der Ohrspeicheldrüse
  • Es kann auch zu einer rezidivierenden Bronchitis, Entzündung der Luftröhre oder Nasenwandschleimhaut kommen
  • Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse
  • Trockenheit der Scheidenschleimhaut

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

  • Klinische Untersuchung zur Einstufung des Krankheitsaktivität anhand von europäischen Klassifikationskriterien
  • Messung von Antikörpern und Rheumafaktor
  • Messung der Entzündungswerte
  • Blutbild
  • Untersuchung und Messung der Tränenbenetzung (Schirmertest)
  • Untersuchung und Messung der stimulierten Speichelsekretion
  • Speicheldrüsen- und Tränendrüsenbiopsie
  • Abgrenzung zu anderen Speicheldrüsenerkrankungen und Tumoren sowie zu Erkrankungen der Lymphdrüsen und Virusinfektionen

Wie wird das Sjögren-Syndrom behandelt?

Die Therapie wird individuell den jeweiligen Symptomen entsprechend aufgestellt. Grundsätzlich werden Maßnahmen zur Förderung des Speichelflusses (z. B. mittels Kaugummis und Bonbons) getroffen. Zusätzlich wird künstliche Tränenflüssigkeit gegen die Trockenheit der Augen verabreicht.

Bei stärkerer Krankheitsaktivität werden die Speichelproduktion anregende Medikamente verabreicht, wie z. B. Pilocarpin-Derivate, Bromhexin oder die lokale Applikation von Ciclosporin.

Wenn zusätzlich noch innere Organe betroffen sind, wird mit einer immunsupressiven Therapie die Entzündungsreaktion gehemmt, wie z. B. mit Glukokortikoiden.

Tipps für den Alltag

Ausreichend trinken und die Augen vor Rauch und Wind schützen

 
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