Systemischer Lupus Erythematodes (SLE)

Medizin 3

Direktor:
Prof. Dr. med. univ. Georg Schett

Ursachen verstehen

Klassisches Schmetterlingserythem beim SLE

Die Erkrankung Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem den eigenen Körper bekämpft und es zu schweren Entzündungsreaktionen kommt. Charakteristisch für die Erkrankung ist eine Beteiligung von Haut, Gelenken und inneren Organe wie Nieren, Lungen oder Nervensystem.

Nach heutigem Wissensstand ist davon auszugehen, dass für das Auftreten von SLE sowohl genetische Faktoren als auch Umwelteinflüsse verantwortlich sind. Obwohl Risikogene identifiziert werden konnten, sind die Ursachen für das Ausbrechen von SLE oft unklar.

Zahlen rund um die Erkrankung

Die Erkrankung gehört zu den seltenen rheumatischen Erkrankungen. In Deutschland sind schätzungsweise 0,02 % der Bevölkerung an SLE erkrankt. Obwohl die Erkrankung in jedem Alter und sowohl bei Frauen als auch Männern auftreten kann, sind besonders häufig junge Frauen betroffen.

Typische Symptome und Krankheitsverlauf

 Typisch für SLE ist eine schmetterlingsförmige Rötung im Gesicht. Oft treten jedoch andere Symptome (einzeln oder in Kombination) zuerst auf. Solche typischen Krankheitssymptome der Erkrankung sind:

  • Hautveränderungen, die vor allem an sonnenexponierten Hautstellen (z. B. Gesicht und Dekolleté) auftreten
  • Schmerzen und Schwellung der Gelenke (Arthritis)
  • Haarausfall
  • Starkes Abblassen der Finger oder Zehen bei Kälte (Raynaud-Phänomen)
  • Rippenfell- oder Herzbeutelentzündungen
  • Ausgeprägte Aphten an den Schleimhäuten
  • Lymphknotenvergrößerungen
  • Unklares Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Starke Mund- oder Augentrockenheit (Sicca-Symptomatik)
  • Gehäufte Thrombosen oder Infarkte unklarer Ursache
  • Akute Verwirrtheitszustände, Krampfanfälle, Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen

Besonders gefürchtet ist eine Beteiligung der Nieren im Rahmen des SLE. Diese lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung feststellen. Der Betroffene bemerkt diese Komplikation oft nicht oder nur sehr spät.

Ohne entsprechende Therapie verläuft die Erkrankung häufig schubweise und kann zu teilweise schweren Organschäden führen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

  • Klinische Untersuchung der Haut und der Gelenke
  • Bestimmungen verschiedener Autoantikörper und anderer immunologischer Veränderungen im Blut
  • Urinuntersuchung

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Obwohl der SLE eine ernstzunehmende Erkrankung ist, welche ohne entsprechende Therapie schwerwiegend verlaufen kann, stehen uns heute glücklicherweise eine Reihe von wirkungsvollen und nebenwirkungsarmen Therapien zur Verfügung. Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose und eine Anbindung an einen Spezialisten (Rheumatologen), welcher die Diagnose stellt und in Zusammenarbeit mit dem Patienten und dem Hausarzt die Therapie koordiniert.

Dank moderner medizinischer Forschung konnten in den letzten Jahren etablierte Therapien (Basistherapien) verbessert und neue Therapeutika entwickelt werden (u. a. sogenannte "Biologika"). Ziel ist eine effektive und nebenwirkungsarme Therapie, welche den Betroffenen ein normales Leben ermöglicht.

Tipps für den Alltag

Ausgewogene Ernährung, Vermeidung intensiver Sonnenbäder, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie regelmäßige sportliche Bewegung.

 
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