Cryosauna – Ganzkörperkältetherapie

Medizin 3

Direktor:
Prof. Dr. med. univ. Georg Schett

Cryosauna - Ganzkörperkältetherapie

Die Ganzkörperkältetherapie ist ein hochwirksames Behandlungsverfahren, das in Japan entwickelt wurde und seit 1980 in Europa bekannt ist. In Deutschland wurde es 1985 in verschiedenen Kliniken eingeführt und kann seit 1998 auch ambulant durchgeführt werden.

Verfahren
Es gibt 1-, 2- und 3-Kammer-Systeme, in denen bis zu 6 Personen gleichzeitig behandelt werden können. Es gibt immer nur einen eigentlichen Therapieraum. Unsere Cryosauna ist ein 1-Kammersystem für Einzelbehandlungen, das mit flüssigem Stickstoff auf eine Temperatur von -110°C bis –140°C heruntergekühlt wird. Kopf und Hände sind nicht im Kühlbereich und es wird deshalb normale Raumluft geatmet.
Die Kältekammer ist extrem trocken. Dadurch wird die tiefe Temperatur während der 1-3-minütigen Dauer auch in Badekleidung mit Socken in der Regel als angenehm empfunden.

Wirkungsweise
Die Wirkung beruht auf der plötzlichen Abkühlung der Haut mit teils nerval-reflektorischer teils biochemischer Beeinflussung. Die Körpertemperatur sinkt nur minimal.
Vermutlich werden durch Beeinflussung der Schmerz- und Temperaturrezeptoren der Haut Reflexbögen im Rückenmark ausgelöst. Es werden die Nervenleitgeschwindigkeit und bestimmte Neurotransmitter verändert. Die Einzelheiten sind jedoch nur zum Teil bekannt.

Therapeutische Effekte
Kurzfristig kommt es zu einem Nachlassen der Schmerzen und einer Zunahme des Wohlbefindens und der Beweglichkeit durch Funktionsverbesserung der Gelenke. Kurz danach tritt häufig ein Wärmegefühl ein. Dieser erste Effekt hält etwa 2-6 Stunden an.
Nach 6-wöchiger Behandlung können fast 70% der Patienten die Schmerz- und Rheumamittel deutlich vermindern oder bei bestimmten Erkrankungen sogar ganz auf Medikamente verzichten.
Weitere positive Wirkungen sind die Zunahme des Lungenvolumens, Erhöhung der Ein-Sek.-Kapazität und der Sauerstoffsättigung des Blutes, Entkrampfung der Bronchien, Rückgang des Kohlendioxidgehalts und Nachlassen der Hautspannung, insbesondere bei Schuppenflechte und Neurodermitis.

Häufigkeit der Anwendung
Anfänglich sollte die Behandlung möglichst häufig, bis zu 1-2x/Tag, stattfinden. Dies richtet sich aber nach den Gegebenheiten (z.B. Wohnort). Mindestens 20 Anwendungen sind für eine Langzeitwirkung nötig.

Wann darf die Cryosauna nicht angewandt werden?
Über die sogenannten Kontraindikationen werden Sie bei Interesse an der Behandlung von uns ausführlich informiert. Sie können sich auch ein Informationsblatt oder unseren Flyer zuschicken lassen. Insgesamt ist es ähnlich wie bei der Sauna.

Welche Nebenwirkungen wurden beobachtet?
Anwendungen in der Kältekammer werden im Allgemeinen sehr gut vertragen. Bisher sind keine Nebenwirkungen bekannt. Gelegentlich kann es zu Hautrötungen oder zu Bläschen auf der Haut – ähnlich wie bei einem Sonnenbrand – kommen.
Die typischen Stresshormone steigen nicht an. Somit können auch Kinder, ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen in der Regel problemlos behandelt werden.

Was muss beachtet werden?
Metallische Gegenstände, Brillen, Kontaktlinsen, Uhren usw. müssen abgelegt werden. Auf  Salben oder Kosmetik, Duschen und Haarewaschen vor der Therapie soll verzichtet werden.

Wann hilft die Cryosauna?

  • bei chronisch entzündlichen und degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • bei Schuppenflechte mit und ohne Gelenkschmerzen
  • bei weichteilrheumatischen Erkrankungen
  • bei chronischen Schmerzen und Fibromyalgie
  • bei Sportverletzungen und Operationen an Gelenken und Wirbelsäule
  • bei gestörtem Muskeltonus und Muskelsteifigkeit, wie sie bei Multipler Sklerose oder infantiler Zerebralparese vorkommen
  • bei chronischen Schlafstörungen
  • bei Neurodermitis

Kosten
Sie ist keine gesetzliche Leistung der Krankenkassen. Für eine Behandlung muss deshalb ein Vertrag über eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL)(ambulant) bzw. eine Wahlleistung (stationär) geschlossen werden.

Zur Terminvereinbarung wenden Sie sich bitte an:
Harald Scheller, Tel.: 09131 85-33899, E-Mail: med3-physther@uk-erlangen.de

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. med. Christoph Bleh, Ärztlicher Leiter, E-Mail: med3-physther@uk-erlangen.de

 
Kontakt

Ärztliche Leitung

OA Dr. Christoph Bleh
christoph.blehatuk-erlangen.de

Therapeutische Leitung:

Harald Scheller
Telefon: 09131 85-33899
Fax: 09131 85-34643

Ansprechpartner

Hochschulambulanz
Telefon: 09131 85-34742

Privatambulanz
Telefon: 09131 85-33363

Studienambulanz
Telefon: 09131 85-32093

Station B2-2
Telefon: 09131 85-33015

Notfall-Information

In Notfällen wenden sich bitte direkt an die internistische Notfallaufnahme:

Telefon: 09131 85-35420