Chronifizierung und Auflösung von Entzündungen

Medizin 3

Direktor:
Prof. Dr. med. univ. Georg Schett

Zelluläre und molekulare Mechanismen der Chronifizierung und Auflösung von Entzündungen

Leitung: PD Dr. rer. nat. Markus Hoffmann

Entzündungsreaktionen sind unverzichtbar für regenerative Prozesse, wie etwa die Beseitigung und Reparatur geschädigten Gewebes in Wunden und Knochenbrüchen. Falls die Entzündung allerdings nicht geordnet und rechtzeitig beendet werden kann, so wird sie schnell von einem physiologischen zu einem pathologischen Prozess. Unsere Arbeitsgruppe fokussiert sich auf die zentralen Schaltstellen an denen entschieden wird, ob eine Entzündung beendet wird oder chronisch fortbesteht. Dafür verwenden wir einen translationalen krankheitsbezogenen Ansatz, der mechanistische in vitro-Experimente mit in vivo-Ansätzen im Tiermodell, in Organoiden und in aus Patienten bezogenen Geweben kombiniert. Dabei liegt unser besonderes Interesse auf der Rolle von neutrophilen Granulozyten bzw. Neutrophil-extrazellular traps (NETs) und auf entzündlichen Veränderungen in gewebsständigen Zellpopulationen.

Therapeutische Verstärkung der NET-Bildung

Neutrophile Granulozyten werden üblicherweise als typische entzündungsfördernde Zellpopulation angesehen. Nichtsdestotrotz besitzen neutrophile Granulozyten aber auch wichtige anti-entzündliche Funktionen. Zum Beispiel ist die reaktive Sauerstoffspezies (ROS)-abhängige Bildung von aggregierten NETs essentiell für die Auflösung der Entzündung in der Gicht und in experimentellem Lupus. Die diesem Phänomen zugrundeliegenden Mechanismen beinhalten NET-inhärente Enzyme, die lokalen Entzündungsprozesse unterbinden. Wir zielen darauf ab, diese anti-entzündlichen Eigenschaften von aggregierten NETs für die Behandlung von chronisch entzündlichen Erkrankungen einzusetzen. Dafür entwickeln und optimieren wir Protokolle für die maßgeschneiderte therapeutische Induktion von NET-Bildung mittels chemischer Induktoren von ROS-Produktion.  

Gewebsspezifische Aspekte immunmediierter entzündlicher Erkrankungen

In entzündlichen Erkrankungen treten unerwünschte Entzündungen oft an den gleichen spezifischen Stellen wieder auf, die bereits vorher betroffen waren. Mesenchymale Zellen im Gewebe, wie Fibroblasten, sind für die Etablierung dieses entzündlichen Gedächtnisses verantwortlich. Wir untersuchen die molekularen Mechanismen des Gewebsgedächtnisses und entwickeln therapeutische Interventionsstrategien, die das Wiederauftreten von Entzündungen in bereits abgeheiltem Gewebe verhindern.

Ausgewählte Publikationen von PD Dr. Markus Hoffmann

 
Ansprechpartner
PD Dr. rer. nat. Markus Hoffmann
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Mitglieder:

Markus Hoffmann
Osayd Hattab
Maximilien Euler
Jasna Friscic
Emelie Kilgus
Xi Chen